Campervan Ausbau mit Wanderhorizons

Seit Oktober 2017 leben wir in unserem selbst ausgebauten mobilen Zuhause und sind damit an der AtlantikkĂŒste und Europa unterwegs. NatĂŒrlich ist das Leben auf vier RĂ€dern anders als in einem festen Haus – darum haben wir fĂŒr kleinere und grĂ¶ĂŸere HĂŒrden unterwegs clevere Lösungen gefunden und unseren Van weiter optimiert. Hier verraten wir dir das Wichtigste, was du zum selbstgemachten Camper Ausbau wissen musst. In unserem eBook DIY Campervan – dem Ausbauratgeber findest du noch mehr Details zu diesem umfangreichen Thema.

1. Van Life zu zweit/dritt: Wer wir sind

Wir sind Sina und Carsten von Wanderhorizons. Wir kennen uns seit unserem 13 Lebensjahr. Generell haben wir einiges gemeinsam: Wir sind beide Anfang 30. Unsere Heimat ist HĂŒckeswagen, im Bergischen Land (ca. 50 km von Köln entfernt). Und wir sind Reiseenthusiasten, die jede Gelegenheit nutzen, um unbekannte Orte zu entdecken. Im Studium – Carsten studierte BWL und Sina Innenarchitektur – versĂŒĂŸten wir uns die Semesterferien mit Rucksacktouren durch warme LĂ€nder wie Thailand, Myanmar, Sri Lanka und Kambodscha. FĂŒr unsere Auslandssemester in Istanbul (Carsten) und New York (Sina) lockte uns der Charme großer StĂ€dte.

„Am liebsten sind wir draußen in der Natur. Am Meer, am See, auf einer Wanderung in den Bergen oder am Lagerfeuer mit Freunden. Unser Van ist bei allem ein treuer Begleiter!“

Nach dem Studium konnten wir uns nicht vorstellen, gleich voll in die Berufswelt einzutauchen und in einem klassischen „9-to-5 Job“ zu arbeiten. Immer wieder stellten wir uns die Frage, wie wir uns das Leben ĂŒberhaupt vorstellen. Schnell war klar, dass wir keine Antwort finden werden – bis wir unserem Drang nach Abenteuern nachgehen. Deswegen entschieden wir uns, einen Van zu kaufen und den Camper Ausbau selbst zu stemmen, um uns ein fahrendes Zuhause zu schaffen.

Seit MĂ€rz 2020 ist nun unsere Tochter Lovis teil unserer Abenteuer und das neue Mitglied unserer Reisegruppe.

1.1 Die Liebe fĂŒr Roadtrips beginnt manchmal frĂŒh

Sina ist mit Campingurlaub im Auto und Zelt quasi groß geworden: Im Sommer fuhr ihre Familie gern im VW Bus durch Skandinavien, spĂ€ter auch öfters in den SĂŒden. Zusammen mit Carsten schnappten wir uns in den Semesterferien manchmal ein winziges Zelt und seinen vollgepackten VW Polo, um die AtlantikkĂŒste abzuklappern. So sahen unsere ersten Roadtrips aus: Kleine Sommerabenteuer in der Natur, ausgeklinkt aus dem Alltag.
Witzigerweise verbrachten wir nicht einen einzigen gemeinsamen Roadtrip in einem „echten“ Campervan, bevor wir uns unseren eigenen Bus kauften. Auch als wir im Oktober 2017 nach langem Camper Ausbau endlich losfuhren, hatten wir vorher nicht eine Nacht in unserem Bus geschlafen und bis dato auch noch nicht zusammengewohnt. Alles war erstmal nur ein großes Experiment mit dem starken Instinkt, dass es das Richtige fĂŒr uns sein könnte. Ansonsten hĂ€tten wir nicht mit so viel Herzblut an dem Projekt gearbeitet!

1.2 Unser erster eigener Camper
Wir entschieden uns fĂŒr einen VW T4 Transporter mit langem Radstand: Baujahr 2002, 2,5 Liter TDI Motor (AJT) und 88PS. Der Bus war in seinem ersten Leben ein Gefangenentransporter der JVA Detmold, bis er in unseren Besitz wechselte, und hat mittlerweile rund 240.000km abgespult. Eine wichtige Sache beim Camper Ausbau war die Integration eines Hochdachs, denn mit 1,98 Meter KörpergrĂ¶ĂŸe hĂ€tte Carsten sonst nicht aufrecht drin sitzen können. Nun hat der Bus bei 5,01m LĂ€nge eine eingetragene Höhe von 2,37m. Seit MĂ€rz 2020 sind wir nun in unseren zweiten Ausbau gezogen. Da wir mittlerweile zu dritt unterwegs sind, wurde der T4 zu klein. Nun haben wir ein Hymer S660 Wohnmobil auf Mercedes Basis aus dem Jahr 1993 komplett umgestylt und in unser neues Zuhause verwandelt. Neues Bett, neue KĂŒchenzeile, neue Sitzecke, neue HĂ€ngeschrĂ€nke und eine neue Heizung. Vom alten Hymer Wohnmobil ist im Grunde nur noch die HĂŒlle geblieben.

Heute, fast 3 Jahre nach dem Camper Ausbau und der Jungfernfahrt, wissen wir genau, warum wir fĂŒr diese Art zu Reisen brennen: Wir lieben die Kombination aus Freiheit und einem eigenen Zuhause unterwegs, und sind so flexibel und spontan wie nie zuvor! Mit dem Umdrehen des ZĂŒndschlĂŒssels können wir jederzeit los und etwas Neues entdecken.

Automatisch gestaltet sich das Leben auch draußen an der frischen Luft. Das tut gut! Du bist viel verbundener mit der Natur und schlussendlich auch mit dir selbst. Insgesamt haben wir das GefĂŒhl, den kleinen schönen Dingen im Leben wieder mehr Beachtung zu schenken, da man im Camper nicht so abgelenkt ist. Kurzum: Es ist eine Art zu Reisen, die uns ein stĂŒckweit aus den alltĂ€glichen Gewohnheiten holt und trotzdem alles bietet, was wir brauchen. Und unterwegs im Campervan durch Europa hast du unfassbar viele Möglichkeiten!
Im Camper steht aber nicht allein das Reisen im Vordergrund, sondern vielmehr die Suche nach Freiheit, Zusammenleben im Einklang mit der Natur und dem persönlichem GlĂŒck. So abgedroschen es manchmal klingt: Das ist fĂŒr uns mehr als ein Trend! Und wir glauben, dass es vielen Ă€hnlich geht. Darum kommen wir nun zum Camper Ausbau und wie wir vorgegangen sind. Alle Details, die wir hier in der KĂŒrze nicht abklappern können, findest du in unserem DIY Campervan Ratgeber.

DIY Campervan:

Selbstausbau leicht gemacht

2. Camper Ausbau: Wann “Do It Yourself” sinnvoll ist
NatĂŒrlich ist so sein Camper Ausbau auf eigene Faust eine große Herausforderung. Doch es ist nicht unmöglich und selbst ohne Vorwissen definitiv realisierbar! Nimm mal mich als Beispiel: Gelernter Bankkaufmann, studierter BWLer, eher auf dem Fußballplatz als an der Werkbank zu Hause. Trotzdem habe ich es geschafft, zusammen mit Sina einen Campervan selbst auszubauen und unseren Hymer komplett umzugestalten– und wir sind mit den Ergebnissen mehr als zufrieden. Du musst also kein Schreiner, Handwerker oder KĂŒnstler sein, um dich an den Camper Ausbau heranzuwagen! Der SchlĂŒssel zum Erfolg sind Geduld, Mut und die Bereitschaft, an dem Projekt sowie den sich stellenden Fragen zu wachsen.

2.1 Vorteile und Nachteile vom eigenen Camper Ausbau
Generell bringt ein DIY Camper Ausbau viele Vorteile mit sich. Schließlich bestimmst du ganz allein, wie dein fertiger Camper nach deinen WĂŒnschen aussehen soll. Du kaufst schließlich kein Fahrzeug von der Stange: Jedes Extra wird von dir festgelegt, jedes Möbel nach deinen Vorstellungen eingepasst. Die BatteriekapazitĂ€t, die Stromversorgung, die GrĂ¶ĂŸe der LiegeflĂ€che, die Position der Kochstelle – alles liegt in deiner Hand! Selbst finanziell gesehen hat man im Vergleich zur Kaufvariante meist keinen Nachteil. Klar kannst du immer grĂ¶ĂŸer, teurer, luxuriöser. Doch das kostet auch beim fertig gekauften Ausbau entsprechend mehr.
Nichtsdestotrotz gibt es natĂŒrlich auch Nachteile, die jeder individuell abwĂ€gen muss. Ein selbstgemachter Camper Ausbau benötigt in allererster Linie viel Zeit: Planung, Umsetzung und Finish sind keine To-Do-Liste, die du mal eben an einem Wochenende stemmst. Auch das nötige Know-How musst du dir erst einmal zusammensuchen und aneignen. Genau dafĂŒr haben wir unseren DIY Campervan Ratgeber geschrieben, der bei der Umsetzung von so einem Projekt hilft – vom Fahrzeugkauf bis zur TÜV-Abnahme. Denn auf dem Weg zum erfolgreichen Selbstausbau sind die Vorbereitungen und das nötige Wissen die grĂ¶ĂŸten Stolpersteine!

2.2 Ein Faible fĂŒr Design und TĂŒfteln sind von Vorteil!
Als die Idee vom eigenen Bus geboren war, schauten wir uns zu Beginn online ein paar bereits ausgebaute Campervans von der Stange an. Daraufhin war schnell klar, dass so etwas keine Option ist und unsere Erwartungen nicht erfĂŒllt. Den Camper Ausbau selbst anzugehen klang fĂŒr Sina als Innenarchitektin spannend und herausfordernd, weil sie ihr Wissen zu Entwurfsprozessen – von der Raumplanung ĂŒber die Materialauswahl bis zur Möbelkonstruktion – einbringen konnte.

„Wir lieben gutes Design, bei dem FunktionalitĂ€t und Ästhetik zusammenfließt. So ein Faible ist schon mal eine gute Ausgangslage fĂŒr einen DIY Camper Ausbau. Ansonsten haben wir uns im Internet viel Inspiration geholt – und waren ĂŒberrascht, wie viele Leute selbst Van Conversions machen!“

Trotzdem muss man bestimmten Dingen im Camper besondere Beachtung schenken. Bis zum Kauf unseres VW T4 hatten wir beide mit Autos absolut gar nichts am Hut! So war es eine große Herausforderung, mit dem Grundausbau – der Karosserie des Busses – anzufangen. Erst nachdem die ersten Schritte erledigt waren, begann der spaßige Teil: Ich konnte mich gut in komplexe Ecken reintĂŒfteln, und davon hat ein Auto ja einige. Sina kĂŒmmerte sich hingegen um klare Linien, angefangen beim Grundriss bis hin zu den letzten Details. Das Schöne war: Wir haben die ganze Zeit zusammengearbeitet.

3. Camper Ausbau: Vom leeren Mobil zum fertigen Camper

Bevor du deinen Camper Ausbau startest, mĂŒssen einige Überlegungen und Entscheidungen getroffen werden, wohin die Reise gehen soll. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes! Denn die Anforderungen an deinen Camper sind davon abhĂ€ngig, was du mit dem Fahrzeug vorhast. DarĂŒber solltest du dir schon vor dem Fahrzeugkauf im Klaren sein: Beispielsweise unterscheiden sich ein T3 und ein T4 mit langem Radstand im Platzangebot sehr stark.

„Du willst deinen Camper fĂŒr ein Jahr oder lĂ€nger als Zuhause oder Weltreisemobil nutzen? Dann benötigst du mehr Platz und eine grĂ¶ĂŸere Ausstattung als ein Wochenendurlauber – oder jemand, der mit dem Van pro Saison nur auf 3 Festivals fahren will. Genauso hat jemand, der an Wintercamping interessiert ist, natĂŒrlich andere Voraussetzungen zu erfĂŒllen als ein reiner Sommercamper.“

AbhĂ€ngig von deinen PlĂ€nen variieren Dauer und Budget fĂŒr deinen Camper Ausbau. FĂŒr die Frage, wie lange du brauchen wirst, gibt es keinen festen Richtwert – denn Ausbauprojekte sind individuell und damit sehr verschieden. Wir haben fast 6 Monate an unserem Camper Ausbau gefeilt, aber kennen auch Reisende, die 1 bis 2 Monate und nur am Wochenende an ihrem Ausbau gearbeitet haben. Ähnlich verhĂ€lt es sich mit dem benötigten Budget: Unser Projekt hat uns rund 4.000 EUR gekostet. Du kannst einen Camper Ausbau aber auch ohne Probleme fĂŒr nur 1.000 EUR realisieren – oder viel mehr ausgeben als wir.

3.1 VorĂŒberlegungen und Projektplanung
Die ersten Schritte sind wegweisend fĂŒr dein Projekt. Sobald du ein passendes Fahrzeug fĂŒr deine BedĂŒrfnisse gefunden hast, geht es darum, eine konkrete Planung fĂŒr den Camper Ausbau aufzustellen. Beispielsweise mĂŒssen die Aufteilung und Dimension der Möbel geplant und eingepasst, sowie der verfĂŒgbare Stauraum definiert werden. Außerdem sind die ElektrogerĂ€te und deren Energieverbrauch zu bestimmen – schließlich benötigst du eine passende Versorgerbatterie und ausreichende Lademöglichkeiten fĂŒr die Batterie.
Behalte bei deinen PlĂ€nen unbedingt das gesetzlich vorgeschriebene zulĂ€ssige Gesamtgewicht des Fahrzeugs im Blick und vergiss nicht, dass zusĂ€tzlich zum Leergewicht vom Camper Ausbau auch noch Fahrer, Mitfahrer, Inventar und andere Besonderheiten eingerechnet werden mĂŒssen.
Willst du deinen Camper aus steuer- und versicherungstechnischen GrĂŒnden als Wohnmobil eintragen lassen, sind einige Vorgaben fĂŒr die TÜV-Zulassung (z.B. bezĂŒglich Schlaf-, Sitz- und Kochmöglichkeiten) zu erfĂŒllen. Sie mĂŒssen in der Planung vom Camper Ausbau berĂŒcksichtigt werden. Denn im Nachhinein lĂ€sst sich vieles nur mit großem Aufwand umbauen. Also setz dich doch schon vor dem Camper Ausbau mit deinem TÜV-PrĂŒfer zusammen. Jeder PrĂŒfer kann eigene Vorstellungen und Vorgaben fĂŒr die Wohnmobilzulassung haben. Den Grundvoraussetzungen und Details unserer Wohnmobilzulassung beim TÜV, haben wir ein eigenes Kapitel in unserem Ausbauratgeber gewidmet.

3.2 Der Grundausbau: Entrosten, DĂ€mmen & Co.
Wenn euer Plan steht, geht es an die Umsetzung. Sie beginnt jedoch nicht mit dem Möbelbau, sondern mit AusrĂ€umen: Alles muss einmal aus dem Fahrzeug raus, um mit der blanken Karosse den DIY Camper Ausbau starten zu können. Schritt 1: Dein Fahrzeug muss entrostet werden. Besonders das Bodenblech ist ein Knackpunkt – meistens kommst du hier nur mit riesigem Aufwand wieder heran, sobald der Camper Ausbau einmal drin ist. Also gilt es, von Anfang an alle Roststellen ordentlich zu entfernen und vor erneutem Rosten zu schĂŒtzen.
Anschließend solltest du die WĂ€rmedĂ€mmung und eventuell SchalldĂ€mmung deines Campers mit geeignetem Material angehen. Boden, Seiten und Himmel sollten isoliert werden. Sehr hilfreich sind selbstklebende Materialien – aber an manchen Stellen (wie dem Fahrzeugboden) eher ungeeignet. Dann sollte ĂŒber der Isolierung eine ausreichend starke Bodenplatte verlegt werden, damit du deine Möbel spĂ€ter auf ebenem und solidem Untergrund einbauen kannst. Dichte deine Bodenplatte rundherum gut ab. So verhinderst du, dass Wasser auf den Fahrzeugboden laufen und Roststellen verursachen kann.
Wer nach dem Grundausbau noch ein wenig Tageslicht in seinem Camper möchte, aber noch keine Fenster im hinteren Bereich des Wagens hat, kann zusĂ€tzlich TÜV-Zertifizierte Fenster einbauen.

3.3 Die Elektrik: HerzstĂŒck deines Campers
Wenn du dein Smartphone regelmĂ€ĂŸig laden und Lebensmittel kĂŒhlen möchtest, kommt dein Camper Ausbau nicht ohne passende Stromversorgung aus. Dazu sollten die verschiedenen Batterietypen betrachtet bzw. derjenige ausgewĂ€hlt werden, der zu deinen BedĂŒrfnissen und natĂŒrlich zum Budget passt. Liste zuvor deine „Energiefresser“ auf, um den Stromverbrauch pro Tag zu errechnen. Eine Versorgerbatterie erfĂŒllt nur dann ihren Zweck, wenn sie die eingebauten GerĂ€te jederzeit mit ausreichend Strom versorgen kann. Also ermittle zuerst deinen Energiebedarf und kaufe dann eine Versorgerbatterie mit passender KapazitĂ€t.

“Wichtig: Bevor es an den Möbelbau und den Einbau der Seitenverkleidungen geht, sollte die komplette Elektrik verlegt werden! Denn die Kabel sollen ja dahinter versteckt werden und nicht offen bzw. kreuz und quer durch den Camper verlaufen.”

NatĂŒrlich will deine Versorgerbatterie auch regelmĂ€ĂŸig geladen werden. Dabei hilft zum einen die Lichtmaschine, die mit einem Trennrelais und passenden Sicherungen zugeschaltet werden kann, um wĂ€hrend der Fahrt die Batterie zu laden. Zum anderen ist ein Solarpanel sinnvoll, weil es bei Sonneneinstrahlung den Akku wieder auffĂŒllt, selbst dann wenn dein Fahrzeug lĂ€ngere Zeit stillsteht. Wichtig ist, dass du beim Einbau der Elektrik die Sicherungen der Verbraucher und den Kabelquerschnitt der Leitungen groß genug wĂ€hlst, um SchĂ€den zu vermeiden und keine Leistung zu verlieren.

3.4 Der Innenausbau: Alles gut durchdenken
Hol dir fĂŒr den Camper Ausbau Inspiration, indem du Plattformen wie Instagram und Pinterest sowie Wohnmobilmagazine durchwĂŒhlst! Schau dich um und sammle dabei Ideen. In der Recherchephase haben wir uns mit solchen EindrĂŒcken anderer Ausbauten regelrecht zugeschĂŒttet. Denn die Planung und Entwicklung ist ein Hin und Her zwischen diversen AnsĂ€tzen und Versuchen. Trau dich, mit verschiedenen Möglichkeiten und Ideen zu spielen! Schließlich gibt der Möbelbau eurem Camper letztlich sein Gesicht.

Die Materialwahl ist nicht nur fĂŒr die Optik, sondern auch fĂŒr das Gewicht vom Camper Ausbau entscheidend. Klar sind Massivholzmöbel eine schöne Sache, aber halt auch schwer! Jedes Gramm erhöht den Spritverbrauch und das zulĂ€ssige Gesamtgewicht des Fahrzeugs darf, wie bereits erwĂ€hnt, ebenfalls nicht ĂŒberschritten werden. Deshalb bauen bekannte Wohnmobilhersteller ihre Möbel aus Pappelsperrholz: Es ĂŒberzeugt durch sein geringes Gewicht. Aber auch andere Materialien eignen sich fĂŒr den Möbelbau im Camper. Eine Beratung im Baumarkt hat uns hierbei die Augen geöffnet!

Wichtig: Greife beim Möbelbau auf detaillierte und prĂ€zise PlĂ€ne zurĂŒck! Wer ein Brett zu kurz sĂ€gt, muss es in der Regel nochmal neu kaufen. Je genauer du planst, desto höher ist also die Chance, Materialverschnitt und die damit verbundenen Kosten zu minimieren.

Plane deinen Möbelbau mit ausreichend Platz fĂŒr alles, was du im Camper nicht missen willst. Ob eine 1.40 x 2.00 Meter SchlafflĂ€che fĂŒr eine erholsame Nacht, ein großer KĂŒhlschrank oder der 4-Plattenherd in der KĂŒchenzeile – alles muss entsprechend dimensioniert werden. Und vergiss den Stauraum nicht, den du fĂŒr alles brauchst, was du sonst noch mitnehmen möchtest. War dein Camper Ausbau fĂŒr einen zweijĂ€hrigen Roadtrip gedacht, aber du kannst letztlich nur einen kleinen Rucksack mit Kleidung verstauen, dann ist die Nutzung nicht wie vorgesehen möglich!

3.5 Individuelle Extras beim Camper Ausbau
Denk immer an deine eigenen Vorlieben und Hobbys. Bist du Surfer, wird dein Camper Ausbau definitiv mit Wasser in Kontakt kommen – also sollten die Materialien (z.B. wasserfester Leim, unempfindlicher Bodenbelag) entsprechend gewĂ€hlt und der Innenraum versiegelt werden. Als Wintersportler brauchst du vielleicht eine dickere Isolierung und eine Standheizung. Und Hobby-Köche benötigen eine große ArbeitsflĂ€che und mehr als nur eine Kochplatte. Egal wer du bist und was dich glĂŒcklich macht, vergiss nicht, es in deine Planung einfließen zu lassen!

Noch ein Tipp fĂŒr digitale Nomaden bzw. Menschen, die (wie wir) unterwegs im Van Office online arbeiten: Sitzgelegenheiten mit Tisch sollten sich möglichst an den Richtwerten fĂŒr Sitz- und Tischhöhen orientieren, um eine ergonomische und körperfreundliche Sitzposition zu gewĂ€hrleisten. Dein RĂŒcken wird es dir definitiv danken!

4. Nach dem Camper Ausbau: Nun geht der Spaß erst richtig los


Nach deinem Camper Ausbau geht es vielleicht erst einmal zum TÜV. Ist dein Ausbau eingetragen, kann es endlich losgehen. Doch selbst wenn alles perfekt scheint, kann unterwegs immer was schiefgehen oder eine Reparatur anstehen. Daher solltest du einen Werkzeugkasten fĂŒr alle FĂ€lle an Bord haben. Hier findest du eine Liste der nötigen Werkzeuge sowie die Ausstattung unserer Werkzeugkiste als kostenlosen Download!
Ansonsten kann ich dir unseren DIY Campervan Ratgeber ans Herz legen, der auf ĂŒber 200 Seiten die angesprochenen Themen vertieft. Damit bekommst du gebĂŒndeltes Fachwissen Tipps, Tricks und Antworten auf alle Fragen rund um den Camper Ausbau. Wir freuen uns, dass damit schon ĂŒber 1.000 Vanfreunde ihren eigenen Camper kreiert haben – Resultate teilen wir ĂŒbrigens oft in unseren Instagram Stories auf @wander.horizons! Und nun gibt Sina dir noch ein paar EindrĂŒcke, wie wir zu zweit im Van unterwegs sind.

4.1 Dank Camper kommen wir mehr zum Surfen
Sina begann 2010 in Australien mit dem Surfen und merkte, dass sie die Wellen reizen. Trotz aller Freude hatte sie ehrlich gesagt aber auch immer viel Schiss dabei. Vor lauter Surf- und Australienliebe kaufte sie sich ein Surfboard, das wĂ€hrend des Studiums eher ein netter Hingucker im WG-Zimmer war. Die Sache mit dem Surfen schlief etwas ein, nur das kribbelnde GefĂŒhl, sobald sie daran dachte, blieb. Zwischendurch waren wir in Frankreich und Sri Lanka surfen, wo wir gefĂŒhlt immer wieder bei 0 anfingen. Dann zogen wir nach dem Camper Ausbau im Oktober 2017 mit dem Van los


Anfangs hatten wir nicht viele PlÀne. Fest stand, dass wir einige Zeit dort verbringen wollten, wo es Wellen gibt. Denn es war mein Traum, mit dem Surfen endlich ein paar Schritte weiter zu kommen.

Portugal und Nordspanien haben Sina schließlich den Traum vom Surfen erfĂŒllt! Schritt fĂŒr Schritt nahm sie die Herausforderung an: Mein Surfen verbessern und Ängste ĂŒberwinden. Surfen lehrt Geduld, und jede gesurfte Welle war eine Riesenfreude. Im letzten Jahr lernten wir viel ĂŒber den Ozean – und das GefĂŒhl, mit der Natur im Einklang zu sein, ist unbezahlbar.
Lange Zeit brannte Carsten nicht ganz so sehr fĂŒr die Wellen. Letztes Jahr kaufte er sich ein Bodyboard, damit wir zusammen ins Wasser gehen konnten. Vor Kurzem hat Sina nun das Longboard-Surfen fĂŒr sich entdeckt. So ein sperriges Brett bekommen wir in unserem neuen Zuhause jetzt auch endlich eingepackt.

4.2 Lieblingsdestinationen? Haben wir viele!
Wohin wir am liebsten fahren, kann ich gar nicht so pauschal sagen. Es gibt ja unendlich viele Ziele. Berge und Meer faszinieren uns gleichermaßen, und wir lieben die WĂ€rme – zumindest, solange wir noch keine Standheizung im Camper hatten. Dennoch zieht uns das Meer oft ein bisschen stĂ€rker an. Die letzten Jahre jagte ein Highlight das nĂ€chste. Völlig ungeplant verbachten wir im Winter 2017/2018 drei Monate auf Teneriffa und La Gomera, und entdeckten unsere Leidenschaft fĂŒrs Wandern. Im Inneren sind die Inseln unberĂŒhrt und jeder Ort hat eine besondere Charakteristik und Schönheit. Die Natur war wirklich unfassbar!
Nach den Kanaren pendelten wir zweieinhalb Monate zwischen den atemberaubenden SteilkĂŒstender Algarve hin und her, und richteten unsere Tage nach den Wellen. Bei Vila do Bispo fanden wir ein StĂŒck Heimat und mĂŒssen zugeben, uns in SĂŒdportugal verliebt zu haben. Im Juli 2018 lief Carsten zwei Wochen den Jakobsweg von Porto nach Santiago de Compostela und ich machte einen kleinen Surftrip nach Galizien. Danach ging es zum Wandern in die Picos de Europa. Hierhin kommen wir auf jeden Fall wieder, weil wir die Zeit in Nordspanien wegen viel Regen etwas verkĂŒrzen mussten.
Letzten Winter stand unser Bus bei einem Freund unter, wĂ€hrend wir seit langem mal wieder das tropisch-warme Wetter Asiens genossen. Danach verbrachten wir Weihnachten zu Hause mit Familie und Freunden, um im Januar wieder Richtung SĂŒden zu fahren. Eigentlich sollte es Richtung SĂŒdosteuropa gehen, aber aus diversen GrĂŒnden entschieden wir uns dann doch fĂŒr Portugal. Es tat total gut, wieder da zu sein! Viele nette Menschen, die Tage richteten sich nach den Tiden, und zwischen all dem Spaß wurde mal mehr und mal weniger gearbeitet.

4.3 Wie wir unser Camper Leben finanzieren
Wie wir uns all das leisten können, hast du dich gefragt? Am Anfang lebten wir noch vom Ersparten, doch das ist mittlerweile lĂ€ngst aufgebraucht. Mit dem Camper Ausbau war auch das Projekt Wanderhorizons geboren: Wir fĂŒhrten ein visuelles Tagebuch ĂŒber unser Van Ausbau und unsere Reisen, um auch andere zu motivieren, ihren TrĂ€umen nachzugehen. Nach einigen Instagram-Bildern erhielten wir viele Nachrichten mit Fragen rund um den Camper Ausbau. Das brachte Carsten dazu, sein E-Book zu schreiben. Er hatte den Drang, unser angesammeltes Wissen, unsere Recherche-Ergebnisse und Erfahrungen zu teilen. Mittlerweile arbeitet er auch als Freelancer und Texter.

Auch Sina tobt sich kreativ aus: Beispielsweise knĂŒpft sie Obstnetze fĂŒr Campervans und gestaltet Postkarten. Seit einiger Zeit ist auch unser Shop online, in dem man all das findet, was wir unterwegs machen. Dazu kommen immer wieder andere kleine Projekte, mit denen etwas Geld in die Reisekasse kommt. Wanderhorizons ist im Moment ein kreatives Ventil und ermöglicht uns, unseren Lebensunterhalt zu verdienen. FĂŒr einen minimalistischen Lebensstil reicht es! Vor ein/zwei Jahren hĂ€tten wir das nicht zu trĂ€umen gewagt.


Wir sind auf jeden Fall ein tolles Team und ergĂ€nzen uns gut. Und die kleine Lovis passt da super dazu. Seit Beginn dieses Abenteuers haben wir gelernt, dass alles mit einer Idee bzw. einem Traum beginnt – wie weit wir damit kommen, wird sich zeigen.

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